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Sr. Josefila Hartberger, Eine „Bennonerin“ im südlichen Afrika:

93 Jahre alt
70 erfüllte Lebensjahre als Ordensfrau

Den meisten von uns ist sie unbekannt: Sr. Josefila kam am 16. September 1913 als zehntes von elf Kindern in München zur Welt. In der Benno-Kirche wurde sie nicht nur getauft, sondern erfuhr hier auch ihre Prägung für ihr späteres Leben als Ordensfrau. In einem Beitrag zum 100jährigen Pfarrjubiläum schreibt Sr. Josefila:
„Mit Dankbarkeit und Begeisterung denke ich zurück an die seelische und geistige Bereicherung für mein Leben während der ersten 18 Jahre meines Lebens. Unsere Jugendgruppe (natürlich damals nur Mädchen) war toll. Jeden Mittwoch 6 Uhr morgens feierten wir Gemeinschaftsmesse am Marien-Altar in einem Stil, der dem Konzil schon vorgriff. Jeden Tag am Abend war etwas los: am Montag Turnstunde – wie gern schwang ich mich hoch an den Ringen; ein Abend – Singen; Donnerstag – Literaturabend und Freitag – Geigenabend. Unser Cooperator (heute: „Kaplan“) Eisele lehrte uns 16 Teilnehmerinnen, am Ende waren wir noch 4. All die Jahre in Süd-Afrika konnte ich durch mein Geigenspiel zur Festesfreude beitragen“

(in: 100 Jahre St. Benno, München, hrsg. v. F.X. Eder, 1995, S. 68).

Nach der Volksschule besuchte sie die Höhere Mädchenschule der
Servitinnen im Herzogspital und verließ nach der "Mittleren Reife" St. Benno, München und Bayern 1931 mit ihrem Eintritt in die Missionsschule Neuenbeken bei Paderborn. Dort legte sie 1935 das Oxford Examen ab. Im Mutterhaus des Ordens der „Missionarinnen vom Kostbaren Blut“ in Holland trat sie ins Noviziat ein und legte dort am Lichtmesstag 1937 ihre Ordensgelübde ab. Kurz darauf hieß es für sie und neun Mitschwestern aus Europa Abschied zu nehmen: für die Afrika-Mission ausgewählt kam sie nach drei Wochen auf dem Schiff am 5. Mai 1937 in ihrer zukünftigen Heimat Mariannhill bei Durban in Natal/Südafrika an.

Sie begann sofort ein Studium im Technikon in Durban. Nach drei Jahren bekam sie das "Nationale Handelslehrerinnen-Diplom". Von da an stand sie mit all ihren Fähigkeiten im Dienst ihrer Ordensgemeinschaft an den Menschen zur Verfügung, vor allem an der Ordensschule des St.-Francis-College in Mariannhill. Zu-erst 56 Jahre lang als Handels- und Mathematiklehrerin; von 1978 bis 1996 leitete sie das Büro des St.-Francis-College. Selbst heute im 94. Lebensjahr betreibt Sr. Josefila noch die Buchhaltung des Mädchen-Internates mit etwa 300 Schülerinnen.

Aufgrund meines Studienjahres in Südafrika 1992/93 hielt ich mich mehrmals in Mariannhill auf und habe seitdem regen Kontakt zu einer Mitschwester von Sr. Josefila. Allein in der Unkenntnis, einmal Pfarrer ihrer Heimatgemeinde St. Benno zu werden, habe ich Sr. Josefila (trotz ihres Geigenspieles!) damals nicht persönlich kennen gelernt.
Dies möchte ich nun nachholen: In den Pfingstferien werde ich nach Süd-Afrika fliegen und ihr die besten Segensgrüße aus ihrer Heimat St. Benno mitbringen.

Schon an Silvester 2006 haben wir für die Arbeit ihres Ordens gesammelt; wer möchte, kann mir aber gerne eine Spende nach Süd-Afrika mitgeben (Spendenbescheinigung über unser Pfarramt ist möglich!).

Am 12. Mai werden in Mariannhill alle Jubiläen der Schwestern gefeiert:
Wir wollen Gott danken für das lebendige Glaubenszeugnis Sr. Josefilas’ als Ordensfrau, zu ihrem 70jährigen Ordensprofessjubiläum herzlich gratulieren und ihr noch viele frohe Lebensjahre im Kreis der Mitschwestern wünschen,


Ludwig Sperrer, Pfarrer