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Hinweise zur Prävention sexualisierter Gewalt
an Kindern und Jugendlichen

 
 

In St. Benno gehen wir gewaltfrei und wertschätzend miteinander um!

Die Pfarrei soll ein sicherer Ort sein, an denen Übergriffe und Missbrauch an Kindern und Jugendlichen keinen Platz haben. Deshalb hat der Pfarrgemeinderat ein Schutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen entwickelt. zum Schutzkonzept
Wenn Kinder, Jugendliche, Eltern oder Erziehungsberechtigte Grenzverletzungen oder Übergriffe wahrnehmen oder vermuten, können sie sich an folgende Ansprechpartner wenden:

In St. Benno:
Sr. Sara Thiel, PR, für den Bereich Jugend, Ministranten, Firmvorbereitung, SThiel@ebmuc.de
Ulrike Saam, GR, für den Bereich Erstkommunionvorbereitung, Krippenspielprojekt, Eltern-Kind-Gruppen, USaam@ebmuc.de
Gerhard Hauke, GR, für den Bereich Nachbarschaftshilfe, GHauke@ebmuc.de

Auf Diözesanebene (Link: https://www.erzbistum-muenchen.de/im-blick/missbrauch-und-praevention):
Koordinationsstelle zur Prävention von sexuellem Missbrauch der Erzdiözese München und Freising
Peter Bartlechner, Präventionsbeauftragter, PBartlechner@eomuc.de, 0151/46138559
Lisa Dolatschko-Ajjur, Präventionsbeauftragte, LDolatschkoAjjur@eomuc.de, 0160/96346560

Bischöfliche Beauftragte für die Prüfung von Verdachtsfällen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Kleriker, Ordensangehörige oder andere Mitarbeiter/innen im kirchlichen Dienst:
Ute Dirkmann, info@kanzlei-dirkmann.de, 089/74160023
Dr. Martin Miebach, muenchen@bdr.-legal.de, 089/95453713-0

 

Schutzkonzept zur Prävention von sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen in der Pfarrei St. Benno
(Stand: 17.05.18)

oder das Schutzkonzept als PDF zum Download

Wie in der Handreichung der Erzdiözese München und Freising für hauptamtliche Mitarbeiter/innen "Miteinander achtsam leben" (S. 24) empfohlen, bildet eine Risikoanalyse der Organisationsstrukturen der Pfarrei St. Benno die Basis zur Entwicklung eines Schutzkonzeptes. Dabei werden verschiedene Bereiche in den Blick genommen:

1. Personalauswahl/-entwicklung

1.1. Hauptamtliche Mitarbeiter/innen

Alle hauptamtlichen Mitarbeiter/innen in St. Benno, die in irgendeiner Weise mit Kindern oder Jugendlichen in Kontakt kommen können, müssen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen und eine Selbstverpflichtungserklärung unterschreiben. Das betrifft z. Zt alle bei der Kirchenstiftung fest angestellten Mitarbeiter/innen. Die bei der Erzdiözese angestellten pastoralen Mitarbeiter/innen sind dazu ebenfalls verpflichtet.
Die hauptamtlichen Mitarbeiter/innen haben im Rahmen der Mitarbeiterrunde eine Schulung zur Prävention sexualisierter Gewalt erhalten. Diese sollte alle zwei Jahre aufgefrischt werden. Der Pfarrer als Vorgesetzter ist hierfür verantwortlich. Er sorgt auch für die Schulung neu angestellter Mitarbeiter/innen.

1.2. Ehrenamtliche Mitarbeiter/innen

In folgenden Bereichen kommen ehrenamtliche Mitarbeiter/innen in regelmäßigen Kontakt mit Kindern oder Jugendlichen, bei dem ein Vertrauensverhältnis aufgebaut wird:

Erstkommunionvorbereitung/Firmvorbereitung:
Alle Gruppenleiter/innen müssen ein erweitertes Führungszeugnis (5 Jahre gültig) vorlegen und unterschreiben eine Selbstverpflichtungserklärung. Darüber hinaus erhalten sie eine ca. einstündige Schulung anhand der von der Erzdiözese herausgegebenen "Handreichung für ehrenamtliche Mitarbeiter/innen". Diese Broschüre wird den Gruppenleiter/innen ausgehändigt, damit sie bei Bedarf zu Hause nachlesen können.
Erstkommunion- und Firmgruppen werden grundsätzlich von zwei Personen geleitet.

Ministranten-/Jugendarbeit
Alle Jugendgruppenleiter/innen legen ein erweitertes Führungszeugnis vor und unterschreiben eine Selbstverpflichtungserklärung. Sie werden vom für die Jugendarbeit zuständigen Seelsorger anhand der "Handreichung für Ehrenamtliche" geschult.
Vor größeren Freizeiten findet eine Auffrischung der Schulung statt.

Krippenspielprojekt
Die Hauptmitarbeiter/innen beim Krippenspielprojekt, die in jeder Probe dabei sind, legen ein erweitertes Führungszeugnis vor und unterschreiben eine Selbstverpflichtungserklärung. Ihnen wird die "Handreichung für ehrenamtliche Mitarbeiter/innen" ausgehändigt.


Nachbarschaftshilfe
Alle Mitarbeiter/innen der Nachbarschaftshilfe, die Kinder betreuen (z. B. Hausaufgabenhilfe), legen ein erweitertes Führungszeugnis vor und unterschreiben eine Selbstverpflichtungserklärung.
Darüber hinaus sollen alle Mitarbeiter/innen der Nachbarschaftshilfe anhand der "Handreichung für Ehrenamtliche" geschult werden, da hier Begegnungen in Eins-zu-eins-Situationen mit hilfsbedürftigen Menschen die Regel sind. Potentielle Täter suchen genau solche Situationen, um übergriffig zu werden.

Eltern-Kind-Gruppen
Die Leiter/innen der EKP-Gruppen legen ein erweitertes Führungszeugnis vor und unterschreiben eine Selbstverpflichtungserklärung. Sie werden anhand der "Handreichung für ehrenamtliche Mitarbeiter/innen" geschult und bekommen die Broschüre ausgehändigt.

Sternsinger
Beim Sternsingerprojekt werden in der Regel die Kinder und Jugendlichen nur wenige Stunden von den ehrenamtlichen Erwachsenen begleitet. Deshalb besteht kaum Gelegenheit zum "Grooming", weshalb auf die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses verzichtet werden kann.
Außerdem sind immer zwei Begleiter mit einer Sternsingergruppe unterwegs, wovon in der Regel einer ein Jugendgruppenleiter (geschult und mit erw. Führungszeugnis) ist, was das Risiko weiter minimiert.

Der jeweils zuständige pastorale Mitarbeiter kontrolliert und dokumentiert die Führungszeugnisse und Selbstverpflichtungserklärungen und führt die Schulung durch.

1.3. Kommunikation und Umgang der Mitarbeitenden mit Kindern und Jugendlichen

In den Schulungen zur Prävention sexualisierter Gewalt werden den Mitarbeiter/innen klare Regeln zum Umgang mit den Kindern/Jugendlichen vermittelt:
- Sensibilität und Respekt für individuelle Grenzen (auch auf nonverbale Signale achten)
-Kinder/Jugendliche nur berühren, wenn diese es ausdrücklich wollen; körperliche Berührungen müssen altersgerecht und der Situation angemessen sein.
-Kinder ermutigen, Grenzen zu setzen und diese Grenzen auch schützen ("Bei uns darf man nein sagen, ohne ausgeschlossen zu werden.")
-Intimsphäre achten (Umziehen im geschützten Raum, Jungen und Mädchen haben getrennte Schlaf-, Waschräume, anklopfen usw.)
-keine sexualisierte Sprache verwenden oder über die eigene Sexualität reden
-keine persönlichen Geschenke an Kinder/Jugendliche (sonst kann emotionale Abhängigkeit entstehen)
-das Recht auf das eigene Bild achten
-Leiter schlafen getrennt von den Kindern/Jugendlichen
-In der Regel werden eins-zu-eins-Situationen vermieden (z. B. durch eine offene Tür Öffentlichkeit herstellen); wenn dies nicht möglich ist: anderen mitteilen, dass ein Einzelgespräch ansteht; dieses in Räumen der Pfarrei führen (größtmögliche Transparenz)

2. Transparenz/Beschwerdemanagement

Es gibt in St. Benno schon Ansprechpartner, an die sich Kinder, Jugendliche und Eltern wenden können, wenn sie Grenzverletzungen oder Übergriffe wahrnehmen/vermuten:
-Bereich Jugend: Gruppenleiter/innen, Firmgruppenleiter/innen, Jugendseelsorger/in (z. Zt. Sr. Sara Thiel)
-Bereich Erstkommunion, Krippenspielprojekt, Eltern-Kind-Gruppen: Gruppenleiter/innen, hauptamtliche/r Seelsorger/in (z. Zt. Ulrike Saam)
-Bereich Nachbarschaftshilfe: Nachbarschaftshelfer/innen, hauptamtliche/r Seelsorger/in (z. Zt. Gerhard Hauke)
Allerdings wissen viele nicht, dass sie diese Personen ansprechen können. Deshalb ist Bewusstseinsbildung wichtig, d. h. es muss ausdrücklich gesagt werden, dass diese Leute angesprochen werden können, wenn eine Situation ein Kind/einen Jugendlichen belasten oder es/er sich bedrängt fühlt.
Mögliche Orte/Gelegenheiten, um diese Transparenz zu schaffen:
-auf der Homepage von St. Benno in den entsprechenden Bereichen auf das Schutzkonzept und die Ansprechpartner hinweisen
-auf Elternabenden und auf Handout für die Erstkommunion/Firmung Ansprechpartner benennen und zu Rückmeldung ermutigen
-in der ersten Gruppenstunde bei EKO- bzw. Firmvorbereitung den Kindern und Jugendlichen sagen, dass sie sich bei Problemen immer an die Gruppenleiter wenden können.

3. Sexualerziehung

Sexuelle Übergriffe geschehen häufiger in Milieus, in denen entweder Sexualität tabuisiert wird oder eine übermäßig liberale Einstellung zur Sexualität herrscht.
In der Kirche besteht eher die Gefahr, Sexualität zu tabuisieren. Deshalb ist es wichtig, dass sich Kinder und Jugendliche auch im Pfarreikontext mit Sexualität auseinander setzen dürfen und einen lebensförderlichen Umgang mit ihrer Geschlechtlichkeit lernen.
Bisher hat es folgende Veranstaltungen in St. Benno gegeben:
-MFM- Workshop (My Fertility Matters) für Jungen und Mädchen in der Vorpubertät; Ziel: eine wertschätzende Einstellung zum Frau-/Mann-Werden, zum eigenen Körper und zur eigenen Fruchtbarkeit gewinnen; Wissen über Zyklus der Frau und Zeugung
-Kinderselbstbehauptungstrainings-Wochenende
-Wahlprojekt in der Firmvorbereitung: "Let's talk about sex."
Es ist wünschenswert, alle drei bis vier Jahre eine Veranstaltung zur Sexualerziehung in St. Benno anzubieten. Verantwortlich hierfür ist der Jugendseelsorger/die Jugendseelsorgerin.
Grundsätzlich sollen in St. Benno Kinder und Jugendliche darin unterstützt werden, ein starkes und positives Selbstkonzept zu entwickeln.

4. Soziales Klima und Miteinander

In St. Benno gehen wir gewaltfrei und wertschätzend miteinander um! Diese Maxime soll in allen Bereichen der Pfarrei gelten, also auch in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Folgende Maßnahmen sollen dieses wertschätzende Klima stärken:
-in Kinder- und Jugendgruppen werden Gruppenregeln erarbeitet
-in Projektgruppen, in denen nicht genügend Zeit ist, Regeln zu erarbeiten, werden diese von den Gruppenleiter/innen eingeführt
-bei Verstößen gegen diese Regeln müssen die Gruppenleiter/innen intervenieren
-Verstöße müssen sanktioniert werden - Sanktionsregeln müssen auch transparent gemacht sein
-Die Gruppenleiter/innen haben Vorbildfunktion, sollten also selber auf einen gewaltfreien und wertschätzenden Umgang untereinander achten, insbesondere auch auf die Wortwahl.
-Nach Möglichkeit werden die Kinderrechte in Kinder- und Jugendgruppen thematisiert.
Der BDKJ hat für die katholische Jugendarbeit ein Leitbild entwickelt. Es wäre sinnvoll, dieses Leitbild einmal in der Gruppenleiterrunde zu diskutieren.

5. Handys/Internet

Hier geht es v. a. um den Bereich der Persönlichkeitsrechte, insbesondere das Recht auf das eigene Bild.
Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene veröffentlichen Schnappschüsse oft schnell und unüberlegt in den sozialen Medien, ohne die Abgelichteten um Erlaubnis zu fragen oder über mögliche Konsequenzen nachzudenken. Es ist in St. Benno auch schon der Fall aufgetreten, dass Kinder anderen Kindern gedroht haben, peinliche Fotos ins Netz zu stellen, um sie zu demütigen.
Um das Recht auf das eigene Bild zu sichern, werden Maßnahmen auf zwei Ebenen getroffen:
1. die Institution betreffend:
-Vor der Aufnahme und der Veröffentlichung von Fotos von Kindern/Jugendlichen durch die Pfarrei wird das schriftliche Einverständnis der Erziehungsberechtigten eingeholt.
-Es werden keine Bilder veröffentlicht, die jemanden bloßstellen oder missbraucht werden könnten (z. B. Fotos in Badebekleidung oder Schlafanzug).
-Auf der Firmseite der Homepage wird ein passwortgeschützter Bereich eingerichtet, auf dem Fotos eingestellt werden, die nur die Beteiligten anschauen können.
-Beim Erstkommunionausflug gibt es ein Handyverbot wie in der Schule.
2. den Umgang der Beteiligten untereinander betreffend:
-Es dürfen keine Fotos von anderen gemacht werden, wenn diese das nicht wollen.
-Es dürfen keine Bilddateien ohne Erlaubnis der Abgelichteten weitergegeben oder veröffentlicht werden.
Die jeweils verantwortlichen Seelsorger/innen teilen diese Regeln Eltern, Kindern und Jugendlichen mit. Sie bzw. die ehrenamtlichen Mitarbeitenden greifen ein, wenn sie Verstöße bemerken.

Für die Kinder- und Jugendarbeit gilt das Jugendschutzgesetz, d. h. es dürfen keine Filme in der Jugendarbeit gezeigt werden, die nicht die entsprechende Altersfreigabe haben.
Pornographische oder gewaltverherrlichende Filme werden in den Räumen von St. Benno und bei Veranstaltungen der Pfarrei nicht gezeigt.


6. Räumlichkeiten/Gelände/Weg

Die meisten Räume in St. Benno sind sicher. So gibt es z. B. ein Fenster in der Ministrantensakristei.
Nur der Bereich im Keller des Bennopolis vor den Jugendräumen (Treppenabgang an der roten Tür) wird als unsicher eingeschätzt. Hier hat jeder Zugang, weil die rote Tür wegen des Caritas-Zentrums tagsüber immer auf ist. Es könnte sich dort jemand verstecken. Es wurde dort ein Bewegungsmelder installiert, so dass dieser Bereich zumindest hell ausgeleuchtet ist.
Wenn Kinder Wege zwischen verschiedenen Gebäuden der Pfarrei zurücklegen müssen (z. B. am Erstbeichtnachmittag), werden sie in der Regel von Gruppenleitern begleitet.